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Deutsche Innovationspartnerschaft Agrar (DIP)

Die Deutsche Innovationspartnerschaft Agrar (DIP) hat Ende Oktober 2012 ihre Arbeit mit dem Ziel aufgenommen, die Leistungsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft verbessern.

Hauptaufgabe ist es, die Innovationskraft im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung zu verbessern und somit einen Beitrag zu umweltpolitischen, ökonomischen und sozialen Entwicklungszielen zu leisten. Dies wird erreicht, indem zusammen mit allen Akteuren der Wertschöpfungskette neue Ideen von der Forschung und Entwicklung über die Marktreife bis zur Einführung in die landwirtschaftlichen Betriebe begleitet werden. Die Koordination der DIP-Arbeit erfolgt durch die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eingerichtete Geschäftsstelle bei der BLE.

Defizite im Innovationsgeschehen erkannt

Verschiedene Studien, darunter die vom BMEL / BLE in Auftrag gegebene "Sektorstudie zur Untersuchung des Innovationssystems der deutschen Landwirtschaft" belegen, dass gegen Ende von Projekten im Bereich der Forschung und Entwicklung (FuE) Hemmnisse auftreten. Das verhindert trotz guter Ergebnisse nicht selten die Umsetzung in vermarktungsfähige Produkte. Die Gründe:

  • fehlendes Kapital bei der Markteinführung,
  • zu kurze Förderlaufzeiten und
  • fehlende Erprobungs- sowie Demonstrationsmöglichkeiten unter Praxisbedingungen.
  • unzureichende Vernetzung und Kooperation zwischen Forschungseinrichtungen, Industrie und Landwirtschaft.

Herunterladen: Sektorstudie zur Untersuchung des Innovationssystems der deutschen Landwirtschaft.

DIP-Lenkungsausschuss berät Förderwürdigkeit

Die Innovationspartnerschaft aus Wissenschaft, Verwaltung und Agrarwirtschaft sieht die Optimierung des Innovationsgeschehens in der Agrarwirtschaft als gemeinsame Aufgabe folgender DIP-Mitgliedsorganisationen an:

  1. die Landwirtschaftliche Rentenbank (LR)
    Herr Dr. Christian Bock,
  2. die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG)
    Herr Dr. Lothar Hövelmann,
  3. das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL)
    Herr Dr. Martin Kunisch,
  4. der Verband der Landwirtschaftskammern (VLK)
    Frau Dr. Beate Bajorat,
  5. der Deutsche Bauernverband (DBV)
    Herr Dr. Peter Pascher,
  6. der Deutsche Raiffeisenverband (DRV)
    Herr Dr. Volker Petersen,
  7. der Zentralverband Gartenbau (ZVG)
    Herr Dr. Bertram Fleischer,
  8. die Arbeitsgemeinschaft der Agrarforschungsreferenten der Länder,
    Herr Dr. Hardi Rabisch (Brandenburg)
  9. die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
    Herr Dr. habil. Thomas Engelke und
  10. das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
    Herr Dr. Hartmut Stalb.

Dem Lenkungsausschuss, der sich aus Vertretern der Mitgliedsorganisationen zusammensetzt, obliegt das Recht, geeignete Projekte vorzuschlagen. Angesprochen sind innovative Projekte, die in der Regel bereits eine vorhergehende Förderung mit erfolgreichem Verlauf erfahren haben oder durch Auszeichnungen oder auf andere Weise besonders positiv in Erscheinung getreten sind, in jedem Falle aber einen Beitrag zu übergeordneten agrarpolitischen Zielen leisten. Sie zeichnen sich durch funktionale Überlegenheit gegenüber bisher gängigen Verfahren bzw. Produkten aus und üben einen positiven Einfluss auch für die Wertschöpfungskette aus (siehe auch Beispielprojekte):

Der Lenkungsausschuss berät gemeinsam über die vorgeschlagenen Projekte. Die DIP-Geschäftsstelle zieht ggf. externe Experten hinzu, um zu einem Votum über die Förderwürdigkeit zu kommen.

Fördergrundlage

Die Förderung von Projekten der Deutschen Innovationspartnerschaft (DIP) erfolgt auf Grundlage

Entsprechend den Zielsetzungen der DIP werden Vorhaben vor allem in der Forschungskategorie "Experimentelle Entwicklung" gefördert. Diese ist in der Verordnung (EU) Nr. 651/2014 der Kommission vom 17. Juni 2014 zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmter Gruppen von Beihilfen mit dem Binnenmarkt in Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union definiert:

"Experimentelle Entwicklung" bezeichnet danach den Erwerb, die Kombination, die Gestaltung und die Nutzung vorhandener wissenschaftlicher, technischer, wirtschaftlicher und sonstiger einschlägiger Kenntnisse und Fertigkeiten mit dem Ziel, neue oder verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen zu entwickeln. Dazu zählen zum Beispiel auch Tätigkeiten zur Konzeption, Planung und Dokumentation neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen.

Die experimentelle Entwicklung kann die Entwicklung von Prototypen, Demonstrationsmaßnahmen, Pilotprojekte sowie die Erprobung und Validierung neuer oder verbesserter Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in einem für die realen Einsatzbedingungen repräsentativen Umfeld umfassen, wenn das Hauptziel dieser Maßnahmen darin besteht, im Wesentlichen noch nicht feststehende Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen weiter zu verbessern. Die experimentelle Entwicklung kann die Entwicklung von kommerziell nutzbaren Prototypen und Pilotprojekten einschließen, wenn es sich dabei zwangsläufig um das kommerzielle Endprodukt handelt und dessen Herstellung allein für Demonstrations- und Validierungszwecke zu teuer wäre.

Förderverfahren

Das Förderverfahren ist zweistufig:

  1. Vorschlag einer Projektskizze durch eine DIP-Mitgliedsorganisation,
  2. Antrag.

AntragsschemaZum Download ins Bild klicken. © BLE

Für den Einstieg ist nach telefonischer Beratung durch die DIP-Geschäftsstelle die Anfertigung der Projektskizze erforderlich. Dabei ist nachfolgender Leitfaden genau zu befolgen:

"Leitfaden für Skizzeneinreicher"

Die Skizze ist zum 15.02. oder 15.08. eines jeden Jahres einzureichen. Gleichzeitig ist ein Empfehlungsschreiben eines DIP-Mitglieds an die Geschäftsstelle zu richten. Sofern die Skizze durch den DIP-Lenkungsausschuss als förderwürdig eingestuft wird, kann nach Antragsaufforderung über die DIP-Geschäftsstelle ein formaler Antrag eingereicht werden. Die BLE prüft den Antrag fachlich und ist während der Projektlaufzeit fachlicher Ansprechpartner.