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Vermarktungsnormen für frisches Obst und Gemüse

In der Europäischen Union gelten für Obst und Gemüse Vermarktungsnormen und Kontrollvorschriften auf allen Handelsstufen.

Rechtsgrundlagen zu Vermarktungsnormen und Kontrolle

In der Europäischen Union gelten Vermarktungsnormen und Kontrollvorschriften für Obst und Gemüse gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013, der gemeinsamen Marktorganisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse, und der Verordnung (EU) Nr. 543/2011, in der die Kontrollvorschriften und Vermarktungsnormen im Einzelnen ausgeführt sind. Beide Verordnungen enthalten zahlreiche weitere Vorschriften zu anderen Erzeugnissen oder anderen Marktordnungsmaßnahmen (zum Beispiel Lizenzen, Erzeugerorganisationen) und werden relativ häufig geändert.

Die BLE bietet daher zu beiden Verordnungen einen Auszug an, der sich auf die Artikel und Anhänge beschränkt, die Vermarktungsnormen und ihre Kontrolle betreffen. Diese Auszüge werden regelmäßig aktualisiert, das heißt konsolidiert. Bei einem Vergleich der konsolidierten Fassungen, welche die BLE beziehungsweise die EU-Kommission anbietet, ist darauf zu achten, welche Änderungsverordnungen jeweils eingearbeitet wurden.

Verordnung 1308/2013 (Auszug Vermarktungsnormen Obst und Gemüse)

Durchführungsverordnung 543/2011 (Auszug Vermarktungsnormen und Kontrolle)

Kontrolle und Zuständigkeit

In der Europäischen Union unterliegen die in Erzeugung und Handel zehn wichtigsten Obst- und Gemüsearten speziellen Vermarktungsnormen. Alle anderen im Obst- und Gemüsehandel angebotenen Arten müssen – bis auf wenige Ausnahmen – die allgemeine Vermarktungsnorm einhalten. Die allgemeine und die speziellen Vermarktungsnormen gelten auf allen Handelsstufen einschließlich Einfuhr und Ausfuhr.
Die BLE ist zuständig für die Überwachung

  • bei der Einfuhr aus Drittländern und
  • bei der Ausfuhr nach Drittländern, sofern es sich nicht um deutsche Erzeugnisse handelt. Die BLE kontrolliert bei der Ausfuhr also Erzeugnisse, die in einem anderen europäischen Mitgliedstaat geerntet wurden oder die zuvor aus einem Drittland eingeführt wurden.

Adressliste der BLE-Kontrollstellen

Die Bundesländer sind zuständig für die Überwachung

  • auf der Erzeugerstufe (Packstation),
  • im Groß- und Einzelhandel und
  • bei der Ausfuhr deutscher Erzeugnisse.

Amtliche Kontroll- und Überwachungsstellen

Die Kontrollen werden von den zuständigen Kontrollstellen selektiv und nach Risikoanalyse durchgeführt. Die Vereinbarung des Bundes und der Länder zu den Grundsätzen der Risikoanalyse, die in Deutschland gelten, sind in einem Leitfaden zusammengefasst. Die Risikoanalyse berücksichtigt insbesondere die Art des Erzeugnisses und zurückliegende Kontrollergebnisse.

Leitfaden der Risikoanalyse

Der "Leitfaden zur Konformitätskontrolle bei der Einfuhr und Ausfuhr von frischem Obst und Gemüse" informiert über den Ablauf einer Kontrolle der BLE.

Leitfaden zur Konformitätskontrolle bei der Einfuhr und Ausfuhr von frischem Obst und Gemüse

Koordinierung und Arbeitskreis der amtlichen Kontrollstellen

Die BLE ist koordinierende Stelle gemäß Artikel 9 der Verordnung (EU) Nr. 543/2011. In diesem Zusammenhang hat sie zum 1. Juli 2015 die Geschäftsführung des Arbeitskreises der amtlichen Kontrollstellen bei Obst und Gemüse übernommen. Dieser Arbeitskreis ist ein Zusammenschluss der amtlichen Kontrollstellen des Bundes und der Länder.

Dieser Arbeitskreis erarbeitet Erläuterungen - in Wort und Bild - zu den Vermarktungsnormen der EU und der UNECE. Diese Erläuterungen hat der Arbeitskreis bisher in einer Lose-Blatt-Sammlung beim Appelhans-Verlag herausgegeben. Ab dem 1. Quartal 2016 wird er seine Erläuterungen in Wort und Bild online bei der BLE publizieren.
Ferner stellt der Arbeitskreis einen Katalog der für die Kontrolle benötigten Messgeräte und weitere Informationen zur Kontrolle bereit:

Geräte und Messmethoden für die Qualitätskontrolle bei Obst, Gemüse und Speisekartoffeln